Männlich attraktiv im Herbst des Lebens
Es ist noch gar nicht solange her, in meiner Jugendzeit vor 40,50 Jahren begann mit 50 sozusagen schon so langsam das Altsein. Auf jeden Fall war man mit der großen Fünf vorne dran bereits eine ältere Dame bzw. ein älterer Herr. Das galt nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Seither hat sich in dieser Beziehung einiges getan. Ein Mann über 50 ist noch lange nicht alt, was viele, aber längst noch nicht alle, kapiert haben.
Vor einiger Zeit las ich auf der Website der NZZ, dass ältere Männer beklagten, sie müssten vor jungen Frauen die Augen niederschlagen, weil sie sonst verächtliche Blicke ernten würden. Um ehrlich zu sein: Ich habe diese Erfahrung noch nicht gemacht. Wenn ich mir jedoch ansehe, wie nicht wenige Männer im besten Alter herumlaufen, kann ich mir vorstellen, dass es ihnen tatsächlich so geht.
Wo ist das Problem beim Mann über 50?
Vorweg gesagt – es gibt auch jede Menge hoch attraktiver Männer, die sich im sechsten, siebten, ja sogar im achten Jahrzehnt ihres Lebens befinden. Solange man noch kein sabbernder Tattergreis ist, ist das erreichte Lebensalter eines Mannes eher ein Bonus als ein Malus. Das hängt mit der aus der Altsteinzeit stammenden Sexualstrategie der Frau zusammen.

Was ist nun verkehrt an diesen älteren Männern, die offenbar kein Recht haben, junge Frauen anzusehen? Man kann es sehr vereinfacht ausdrücken: Sie sind keine Männer sondern lediglich Penisträger. Und dazu meist auch noch äußerlich unattraktiv. Wenig gepflegt, schlecht angezogen – wenn dazu auch noch mangelndes Selbstbewusstsein aus der Körpersprache spricht, graust es jungen Frauen nur noch.
Typisch ist das für den in einer Ehe gnadenlos betaisierten Penisträger, der womöglich noch von seiner Frau angezogen wird. Typischerweise mit Klamotten, die sie beim Einkaufen mal eben vom Grabbeltisch mitgenommen hat, weil sie günstig waren. Oft werden solche bedauernswerte Zeitgenossen dann gerade im Bestager-Alter entsorgt, wenn das Haus bezahlt ist und die Kinder flügge geworden sind. Von Frauen im gleichen Alter werden solche Männer sogar oft noch genommen, wenn nur die Verzweiflung groß genug ist. Denn Frauen jenseits der Menopause haben es auch nicht immer leicht. Man sagt, sie würden mit 50 unsichtbar, aber das ist eine andere Geschichte – und hat viel mit der Dummheit von uns Männern zu tun.
Eine markant männliche Persönlichkeit für den Mann über 50
Ein Mann ist man vor allen Dingen von innen heraus. Auch als Mann über 50. Eine attraktive männliche Persönlichkeit wirkt auch optisch nach außen, denn sie schlägt sich in einer für Frauen unverkennbaren Körpersprache nieder. Wirklich männliche Persönlichkeiten werden heute zunehmend selten, da in unserer Welt Frauen zu viel Einfluss auf Jungs haben, die ja zu Männern werden sollen. Das können sie aber nicht, wenn sie keine männlichen Vorbilder haben. Das Paradoxe ist, dass Frauen das Idealbild des „Neuen Mannes“ geschaffen haben, es propagieren und dann mit Männern unglücklich sind, die diesem Bild entsprechen.

Weil der „Neue Mann“ bereits in seiner Entwicklung falsch programmiert wurde, reagiert er auf die Ablehnung, die er deswegen von seiner Partnerin erfährt, total verkehrt. Er versucht, noch softer, noch zuvorkommender, noch mehr Mr. Nice Guy zu sein… Und erreicht damit genau das Gegenteil von dem, was er erreichen möchte: Er wird sexuell vollkommen unattraktiv für sie. Man nennt das Betaisierung, genaueres darüber kannst du hier nachlesen.
Du wirst also zunächst an dir selbst arbeiten müssen, wenn du männlich-attraktiv werden willst. Natürlich ist auch in dir irgendwo noch ein echter Mann versteckt. Du musst ihn herauslassen. Das kann recht einfach sein; es kann aber auch längere, intensive Arbeit an sich selbst erfordern. Auf keinen Fall gibt es die eine einzige, allein seligmachende Methode, ein Mann zu werden. So manches, was in dieser Richtung propagiert wird, funktioniert. Nicht alles bei jedem, aber ich bin mir sicher, dass es für jeden Mann über 50 einen gangbaren Weg gibt, sich eine männlich-attraktive Persönlichkeit zu erarbeiten.
Äußerlichkeiten kriegt man leicht in den Griff
Ein unattraktives Äußeres macht es schwerer, selbstbewusst, gelassen und ausgeglichen zu sein. Nicht jeder sieht bombastisch aus, andererseits gibt es wenig Menschen, die wirklich potthässlich sind. Gutes Aussehen bei einem Mann über 50 ist aus der Sicht von Frauen zwar ein nice to have aber keineswegs ein must have. Ich will aber nicht verschweigen, dass ein gutes Aussehen – womöglich noch in Verbindung mit einem trainierten Körper – es eben wesentlich leichter macht, selbstbewusst zu sein. Tatsächlich ist es aber das Selbstbewusstsein, auf das es ankommt.

Fast immer lässt sich da so einiges optimieren: Ordentliche Körperpflege ist mal eine unabdingbare Grundvoraussetzung für einen attraktiven Mann über 50. Hier kann man praktisch von einem Tag auf den anderen eine Verbesserung erzielen. Ähnlich ist es mit Frisur und Barttracht, zumindest wenn genug Fleisch für Friseur und Barbier zum Schnippeln da ist. Wenn es nur ums Wegschneiden geht – einen Bart auszurasieren, in Form zu stutzen und einen schicken Haarschnitt zu machen, dauert vielleicht eine Stunde. Muss man den Bart, den man haben möchte, zunächst stehen lassen, um ihn dann zu trimmen, dauert das natürlich länger. Und noch länger dauert es, wenn man(n) sich entscheidet, seine Haare lang wachsen zu lassen.
Ein neues, attraktives Outfit kann man sich ebenfalls von einem Tag auf den anderen zulegen. Hier solltest du dich gegebenenfalls von einem sachkundigen Kumpel beraten lassen. Und falls du vorhast, abzunehmen, solltest du zumindest bei den Hosen zunächst nur das nötigste kaufen. Den Bart kann man notfalls selbst richten, für Haarschnitt und Klamotten wirst du auf jeden Fall etwas Geld in die Hand nehmen müssen.
Der Mann über 50 nimmt Eisen in die Hand
Eine verlotterte Figur, Übergewicht, schlechte Haltung, dünne Ärmchen und Beinchen kann man beheben. Kraftsport ist hier die Lösung. Spricht darüber am besten zunächst mit deinem Hausarzt, damit du dich nicht womöglich übernimmst. Wenn man Jahrzehnte eine Couch Potatoe war und nun versucht, auf die Schnelle eine Sportskanone zu werden, kann das tödlich enden. Lass dich ruhig auch zu einem Orthopäden schicken. Vielleicht findet der ja etwas, für das er dir Fitnessstudio auf Kosten der Krankenkasse verordnen kann.

Regelmäßig und effektiv Kraftsport zu trainieren, erfordert einiges an Durchhaltevermögen. Es bringt dir aber nicht nur ein verbessertes Aussehen einschließlich einer ordentlichen Körperhaltung. Wenn sich die Erfolge einstellen, wird dich der Stolz auf das Erreichte auch selbstbewusster machen. Ein schwindender Bierbauch und das Training an sich verbessern aber auch deinen Testosteronspiegel. Dadurch wirst du nicht nur im Bett sondern auch ganz allgemein leistungsfähiger und fühlst dich als Dreingabe auch noch psychisch besser.
Du wirst merken, dass du ein anderer Mensch bist, wenn du mit gestählten Muskeln, frisch geduscht, schick angezogen und mit einem zu dir passenden Herrenduft präpariert als attraktiver Mann über 50 irgendwohin gehst. Überhaupt ist Kraftsport ab einem gewissen Alter nicht nur für Männer sondern auch für Frauen Pflicht. Bereits relativ früh beginnt der Körper in der Peripherie Muskeln ab- und und in der Mitte Fettgewebe aufzubauen. Daher kommt es, dass ältere Leute oft aussehen wie ein Sack, an dem vier Besenstiele angebracht sind. Die Fähigkeit, Muskelmasse aufzubauen bleibt jedoch erhalten und kann weiterhin durch gezielte Belastung stimuliert werden. Man kann also gegen den altersbedingten Muskelabbau an trainieren. Man kann sogar zusätzliche Muskelmasse aufbauen. Nur geht das eben nicht so gut wie in jüngeren Jahren, weil man ja zunächst den Schwund kompensieren muss, bevor man zusätzliche Muskelmasse aufbaut.
Ein Image und etwas, für das man(n) brennt
Ein Mann sollte immer für etwas brennen. Das wirkt nämlich äußerst attraktiv auf Frauen. Die Leidenschaft für etwas – das kann dein Beruf sein, aber auch ein Hobby – gehört auch zu einem attraktiven Mann über 50. Um diese Leidenschaft herum kannst du dein persönliches Image aufbauen.
Nach außen wird sich das in deiner Kleidung niederschlagen: Wenn du zum Beispiel ein Jäger bist, passt ein rustikales Outfit gut. In Süddeutschland eignet sich da ein gewisser Trachten-Touch, etwa ein Lodenjanker. Norddeutschland wäre ein Sakko aus groben Tweed keine schlechte Idee. Bist du ein Segler, kannst du das mit einem blauen Troyer und vielleicht Deckschuhen andeuten.

Bist du ein Intellektueller oder auch ein Künstler, eignet sich ein legerer, etwas extravaganter Kleidungsstil. Zum Beispiel ein Rollkragenpullover unterm Sakko und ein Schal. Wichtig aber ist, dass es authentisch ist. Wenn du in Lederjacke und Highway Boots mit dem Geldbeutel an einer Kette daherkommst, solltest du nicht nur wirklich ein Motorrad besitzen, sondern auch für dein Leben gerne damit fahren. Als Künstler bzw. Intellektueller kannst du dich kleiden, wenn du malst oder vielleicht ein Musikinstrument spielst bzw. gerne liest und/oder das Theater besuchst. Das sind nur einige der unzähligen Möglichkeiten, die sich dir bieten. Wichtig ist nur, dass du nichts vortäuschst, für das du nicht wirklich stehst.
Gar nicht so schwierig: Kleidung für den Mann über 50
Ganz allgemein ist es nicht schwierig, sich als Mann im Alltag zu kleiden. Wenn du dich auf unbunte Farben beschränkst – schwarz, weiß und die Grautöne dazwischen – kannst du nicht viel falsch machen. Jeans, bitte nicht in Königsblau, sondern graublau oder mitternachtsblau kannst du als Mann über 50 noch alle Mal anziehen. Dazu ein schwarzes T-Shirt oder Polo-Shirt; dieses Outfit kannst du überall tragen, wo kein besonderer Dresscode gilt.

Das Polo Shirt hat gegenüber dem T-Shirt den Vorteil, dass es einen Kragen hat. Ein Kragen rahmt dein Gesicht ein und macht es so attraktiver. In der kalten Jahreszeit kannst du auch einen schwarzen (Rollkragen-)Pullover tragen. Ein weißer geht auch gut, wobei ich persönlich Rohweiß, also ein ganz, ganz helles Beige bevorzuge. Dazu macht sich wiederum eine dunkle Jacke gut.
Nimmst du – in Süddeutschland – beispielsweise einen dunklen Lodenjanker, kannst du dazu auch Haferlschuhe tragen. In Norddeutschland macht sich das grobe Tweedsakko in gedeckten Farben auch gut. An deinen Füßen machst du mit schwarzen Chelsea Boots nichts falsch, schwarze Turnschuhe (aber ja nicht mit weißer Sohle) sind auch in Ordnung. Natürlich gehen auch Budapester, wenn sie vom Wetter her o. k. sind.
So einfach ist das mit den unbunten Farben. Natürlich kannst du auch bunte (aber keine schreienden) Farben einsetzen. Dann musst du aber genau wissen was du tust. Mit dem unbunten Outfit hingegen kannst du kaum etwas falsch machen.
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